Rückblick: Management Circle Jahrestagung Production Systems 2005
Von Weltklasse-Produktionssystemen lernen
Lean Management – bewährte Philosophie mit neuen Aspekten
Über 250 Fach- und Führungskräfte aus der Produktion füllten die Vortragsräume im Hotel Dorint Bayerpost, das mit seinem futuristischen Ambiente die passende Kulisse für die innovativen Vorträge rund um die Lean Management Methode darbot. Der Tenor der Veranstaltung war eindeutig: Globalisierung und hohe Kundenerwartungen in Bezug auf Qualität, Schnelligkeit und Individualität sind die aktuellen Herausforderungen für produzierende Unternehmen.
Der als Lean Guru international bekannte Gründer des Tokioer KAIZEN Institute, Masaaki Imai, lieferte in seinem Eröffnungsvortrag auch gleich die passende Lösung: Die Anwendung der KAIZEN-Methode sei unverzichtbar auf dem Weg zu einem schlanken, ganzheitlichen Produktionssystem, das ein Weltklasse-Unternehmen ausmache.
Eine Aussage, die der renommierte amerikanische Toyota-Forscher Mike Rother unterstrich. Als Forscher und Dozent an der University of Michigan/USA beschäftigt er sich intensiv mit dem Toyota-Produktionssystem. Dass Toyota seit 50 Jahren schwarze Zahlen schreibe und stetig auf Wachstumskurs sei, sieht er als Bestätigung für die nachhaltige Wirksamkeit dieses Produktionssystems. Zentrales Element seines Vortrags war die Auseinandersetzung mit der Frage, warum westliche Unternehmen trotz Adaption der japanischen Methoden längst nicht die gleichen Erfolge wie ihre japanischen Vorbilder erzielen.
Als weiterer Gastredner auf nationalem Parkett trat Michael Thomas von DaimlerChrysler auf. Er berichtete über die Entwicklung der Lean-Initiative im Mercedes-Benz-Produktionssystem und die Erfahrungen, die das Unternehmen damit nach fünf Jahren Umsetzung gemacht hat. Sein Fazit: Mit der Lean Management Methode werden robust fließende Prozesse mit einem absoluten Minimum an Ressourceneinsatz erzielt.
Eine spannende Definition der „Architektur des Wissens“ lieferte der Architekt und Autor des gleichnamigen Buchs Professor Gunter Henn. „Gebäude sind soziale oder organisatorische Tatsachen, die sich räumlich formen“, so Henn. Am Beispiel der Gläsernen Fabrik Dresden demonstrierte er, wie durch modernes Fabrik Layout ein effizientes Shopfloor-Management umgesetzt werden kann – Eine Architektur der kurzen Kommunikations- und Entscheidungswege.
Beifall auch in den Fachforen. Experten aus der Praxis gaben hier Einblick in spezielle Themen wie Anlaufmanagement, Losgrößen, Qualitätssicherung, Wertstromdesign, TPM®, Low-Cost-Automation, Kennzahlen und Kanban. Eine begleitende Fachausstellung gab den Besuchern Gelegenheit, sich über Consulting-Angebote zu informieren. Im Anschluss an die Fachtagung fand ein Seminartag statt, an dem die Teilnehmer ihre Kenntnisse in Intensiv-Workshops vertiefen konnten.
Im Internet: www.productionsystems.de