Datenklau zwingt Schweizer auf Kompromisskurs
Immer neue Datenlecks drängen die Regierung in Bern in die Defensive. Jetzt gilt selbst die Teilnahme der Schweiz am automatischen Datenaustausch der EU nicht mehr als Tabu.
Die rechtliche Prüfung im Fall Liechtenstein ergab, dass sich Ermittlungsbeamte sogar strafbar machen könnten, wenn sie Angebote zur Aufdeckung von Steuerhinterziehung nicht nutzten. Im Mannheimer Fall ist es sogar unwahrscheinlich, dass es sich um Daten-Diebstahl handelt, weil der Vermögensverwalter die Daten im Rahmen seiner Tätigkeit erhalten hatte. In einem ähnlichen Fall, bei dem Schweizer Anleger in Liechtenstein aufgeflogen waren, stellte ein Bundesgericht klar, dass diese Beweise gerichtlich verwertet werden können. „Das Bankgeheimnis ist am Ende", sagte Schäuble in Interviews. Er sei sich mit seinem Schweizer Amtskollegen Merz einig, zügig ein Doppelbesteuerungsabkommen abzuschließen: Damit wäre dann allen Datenhändlern die Geschäftsgrundlage entzogen. In mehreren Bundesländern registrierten die Finanzminister eine Zunahme von Selbstanzeigen, mit denen – bei Nachzahlung aller ausstehenden Steuern plus Strafsteuer – eine Anklage vermieden werden kann. Fachanwälte bezweifeln allerdings, dass diese Anzeigen alle von den neuen Datenangeboten motiviert wurden: Sie registrieren eine Zunahme des Interesses, seit die Schweiz mit Deutschland über ein Abkommen verhandelt.
Die FORUM · Institut für Management GmbH bietet ein Seminar zu diesem Thema an. Das Seminar Diskussions-Dinner: Bankgeheimnis und Offshore-Geschäft am Ende findet am 01. März 2010 in Frankfurt statt.
Die FORUM · Institut für Management GmbH gehört zur Stuttgarter Klett Gruppe. Mit ihren 60 Unternehmen an 42 Standorten in 18 Ländern ist die Klett Gruppe das größte Bildungsunternehmen in Deutschland. Das Angebot der Klett Gruppe reicht vom klassischen Schulbuch bis zu modernsten interaktiven Lernhilfen, von Fachliteratur bis zur schönen Literatur. Darüber hinaus ist die Klett Gruppe der führende private Anbieter von Bildungs- und Weiterbildungsdienstleistungen. Die rund 2.900 Mitarbeiter in den Unternehmen der Klett Gruppe erwirtschafteten im Jahr 2008 einen Umsatz von rund 439 Millionen Euro.