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Unternehmensnachfolge als wesentliches Element der Unternehmenssicherung

Steuer- und erschaftsrechtliche Lösungen gewähren nicht den unbedingten Erfolg der Unternehmensnachfolge

In den nächsten 2 Jahren steht für über 75.000 deutsche Familien¬unternehmen die Bewältigung des Generationswechsels an. Nur 3% der Unternehmen erreichen dabei die zweite Generation und nur 10% erreichen die dritte Generation. In nur 40% aller Nachfolgefälle wird die Nachfolge innerhalb der Gesellschafter-Familie vollzogen werden. Diese Zahlen sind Ausdruck der großen Herausforderung, die der Ge¬nerationswechsel im fachlichen, methodischen und menschlichen Bereich an alle am Nachfol¬geprozess beteiligten Personen stellt.
Um die Unternehmensübergabe sowohl wirtschaftlich und auch menschlich erfolgreich gestalten zu können, muss der Übergang von den Generationen sorgfältig vorbereitet und umgesetzt werden.

Die Zukunft rechtzeitig gestalten

Damit die Unternehmensübernahme für einen Nachfolger aus der Familie attraktiv wird, darf sich der Übergabezeitpunkt nicht bis zum letzten Moment hinauszögern. Eine rechtzeitige Unternehmensübergabe bedeutet, dass der Nachfolger seine unternehmerische Aufgabe als einen wesentlichen Hauptteil seines Lebensplanes langfristig gestalten kann. Rechtzeitige Unternehmensübergaben sind nicht selbstverständlich. Immerhin sind 33 % der Junioren hierzulande älter als 45 Jahre, wenn sie die Nachfolge antreten. Die ‚Rolle als „ewiger Zweiter“, ohne ernsthafte Verantwortung und Zuständigkeit und ohne angemessene zeitliche Übergangsfrist bietet kein angemessenes Feld, auf dem ein Junior sein betriebliches Können beweisen kann. Im Gegenteil: fehlende Gestaltungsspielräume und Informationen, fehlende Anerkennung für eigenständige Leistungen, Konkurrenz und Rivalität können die Kräfte und Motivation des Juniors bis zur Übernahme der eigentlichen Führungsaufgaben verschleißen. Der Nachfolger muss eigene Projekte und einen eigenen Stil prägen können und sich mit Augenmaß von der Unternehmenspolitik seines Vorgängers abheben. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund der Akzeptanz durch die Mitarbeiter.

„Nicht-Loslassen des Seniors“
Problem oder Wunsch des Juniors?

Neben wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen der Übergabe bedeutet der Generationswechsel auch, dass die prägende Unternehmerpersönlichkeit die Leitung des Betriebes abgeben soll, auf die Organisation des Unternehmens zugeschnitten ist. Gebetsmühlenartig wird in der Öffentlichkeit von der Problematik des „Nicht-Loslassens des Seniors“ berichtet, die dem Junior seinen Einstieg ins Unternehmen erschwert. Die Befragung von Teilnehmern der Deutschen Junioren Akademie zeigt jedoch, dass sich die Junioren oftmals die gleichen kritischen Fragen stellen wie die Senioren: Wieso die Unternehmensführung vollständig abgeben, wenn ein Senior noch voll vital ist und seinen unternehmerischen Erfahrungsschatz und seine Energie investieren kann? Wieso sich aus einem ganzen Geflecht sozialer Beziehungen und wichtiger Kontakte lösen, die für das Unternehmen weiterhin hilfreich sein können? Wieso die Leitung der Nachfolgegeneration anvertrauen, wenn man sich zum gegebenen Zeitpunkt über deren Eignung kein objektives Bild machen kann?

Diese Fragen können erfahrungsgemäß auch viele Junioren dazu bewegen, an der gemeinsamen Geschäftsführung mit dem Senior-Unternehmer festzuhalten. Dabei ist beiden an einer frühzeitigen Vorbereitung der Nachfolge gelegen, weil sie beiden vielfältigere Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet als eine Übergabe im letzten Moment. Wichtig ist in jedem Fall, dass eine klare Absprache bezüglich der Arbeitsteiligkeit zwischen Senior und Junior getroffen und eingehalten wird. In diesem Zusammenhang hat es sich bewährt, die einzelnen Stufen des Übergangs zu konkretisieren und gemeinsam mit einem externen Berater z.B. mit der Deutschen Junioren Akademie in regelmäßigen Workshops mit Senior- und Juniorunternehmer nachzuhalten:
Nicht selten kann damit auch der berechtigten Forderung der Führungskräfte des Unternehmens hinsichtlich einer transparenten Zukunftsperspektive Rechnung getragen werden.

Entscheidend bleibt darüber hinaus für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen, die in der Regel stark von der Persönlichkeit des Unternehmers geprägt sind, welche unternehmerischen Potentiale der zukünftige Nachfolger aufweist. Zu den wünschenswerten Kennzeichen gehören eine angemessene fachliche und betriebswirtschaftliche Qualifikation, Branchen- und Marktkenntnisse, praktische berufliche Erfahrungen in Führungspositionen sowie eine tragfähige Motivation und Bereitschaft, die Verantwortung der Unternehmensleitung zu übernehmen.

Unterstützung in den angesprochenen Fragen bietet die Deutsche Junioren Akademie mit ihrem in 5 Bausteinen modular aufgebauten und in Deutschland einzigartigen Programm. Neben der Qualifizierung und Vorbereitung der Nachfolger- /innen bietet sie als Coachingpartner die Begleitung der operationellen Unternehmensnachfolge zwischen Senior- und Juniorunternehmer.

Autoren
Julian von Möller
Dipl.-Psych Silke Anbuhl
Deutsche Junioren Akademie GmbH
Grillparzerstr.46
81675 München
Tel.: 089 / 45 55 55 48
www.juniorenakademie.de

Erschienen im ASU / BJU Magazin April 2004

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