Umbruch in der Leasingbilanzierung nach IFRS
Chancen, Risiken und praktische Umsetzungshilfen
Die Leasingbilanzierung nach IAS 17 wurde in der Vergangenheit häufig kritisiert. Ihr wurde vorgeworfen, sie biete die Möglichkeit Leasingverhältnisse so zu gestalten, dass sie nicht in der Bilanz des Leasingnehmers erscheinen (Off-balance-Sheet Lösungen). Verzerrungen von Bilanzkennzahlen - so die Kritik - sind die Folge, da beispielsweise die Verpflichtung des Leasingnehmers, vor allem zur Zahlung der Leasingraten, nicht in der Bilanzsumme erfasst ist und auch nicht in die Ermittlung von Bilanzkennzahlen eingeht.
Vor diesem Hintergrund wird die internationale Leasingbilanzierung derzeit im Rahmen des gemeinsamen Konvergenzprojektes von IASB und FASB überarbeitet. Im Juni 2010 soll der Entwurf des neuen Standards zur Neuregelung der Bilanzierung von Leasingverhältnissen vorgelegt werden, der zu einem Paradigmenwechsel in der Leasingbilanzierung führen wird. Angestrebt wird eine von den ursprünglichen Klassifizierungskriterien für Finance- und Operating-Leasing unabhängige Bilanzierung der aus dem Leasinggeschäft resultierenden Rechte und Pflichten als Vermögenswert bzw. Schulden.
Die geplante neue Leasingnehmerbilanzierung wird umfangreiche Auswirkungen auf die Berichterstattung und Unternehmensprozesse der Leasingnehmer haben. Sie führt dazu, dass Off-Balance Lösungen nicht mehr möglich sind und die Verschuldungs- und Kapital- aber auch Ertragsrelationen der Leasingnehmer sich wesentlichen verändern. Daneben ergeben sich für die Leasingnehmer erhöhte Anforderungen an die regelmäßige Bewertung der geleasten Objekte. Das erhöht die Komplexität und damit die Kosten der Bilanzierung.
Das Seminar erläutert zunächst die Grundlagen der Leasingbilanzierung nach HGB / BilMoG und nach IAS 17. Danach werden die neuen Regeln nach IFRS ausführlich beleuchtet und anschaulich dargestellt. Dabei werden insbesondere die potenziellen Konsequenzen für den Leasingnehmer vertieft und mit Beisielen verdeutlicht. Hierbei sollen auch Empfehlungen für die Optimierung des Leasingportfolios gegeben werden. Abschließend wird noch ein Ausblick auf die neuen Bilanzierungsregeln für Leasinggeber gegeben.
Mit dieser Veranstaltung wenden wir uns insbesondere an Führungskräfte sowie qualifizierte Praktiker aus dem Finanz-, Rechnungswesen und Controlling, die die Neuregelungen im Rahmen Ihrer beruflichen Praxis anzuwenden haben. Auch angesprochen sind Mitarbeiter aus den Bereichen der Beratung und Wirtschaftsprüfung, die Ihre Kenntnisse zur Leasingbilanzierung festigen und aktualisieren möchten. Daneben ist das Seminar für Investoren, Analysten und Ratingexperten interessant, die mit Bewertung von Leasingverpflichtungen befasst sind.
Inhalt
| Die Leasingbilanzierung nach HGB / BilMoG o Was ist Leasing? o Rechtliche Einordnung o Vertragsformen und Leasingmodelle o Zurechnungsgrundsätze o Bewertung und Ausweis von Leasinggeschäften |
| Die aktuelle Leasingbilanzierung nach IAS 17 o Definition Leasing und Arten von Leasingverträgen o Klassifizierung: Operating Lease vs. Finance Lease o Bilanzierung und Ausweis - Leasingnehmer - Leasinggeber o Beispiel |
| Die neue Leasingbilanzierung nach IFRS für Leasingnehmer o Zeitplan o Überblick: Heute vs. Morgen o Erstbewertung o Folgebewertung o Ausweis o Anwendungszeitpunkt o Übergangsbestimmungen |
| Konsequenzen für den Leasingnehmer durch die neue Leasingbilanzierung o Effekte auf Kenngrößen des externen und internen Rechnungswesens o Effekte auf Unternehmensprozesse o Anwendungsbeispiel o Checkliste |
| Ausblick: Die neue Leasingbilanzierung nach IFRS für Leasinggeber o Zeitplan o Die unterschiedlichen Ansätze im Überblick o Erstbewertung, Folgebewertung und Ausweis o Konsequenzen |
Methoden
Die Veranstaltung wird von dem Leasing-Experten Peter Adolph, Partner der FAS AG und Vorstand der FAS Lease AG (Stuttgart) geleitet. Er vermittelt Ihnen neben den theoretischen Grundlagen die aktuellen Neuerungen und skizziert Ihnen anhand von Übungsaufgaben und Fallbespielen praxisorientiert die Anwendung und Umsetzung der Neuregelungen und gibt Hinweise zu potentiellen Risiken.
Eine umfangreiche Dokumentation hilft, die erarbeiteten Fähigkeiten auch nach der Schulung anzuwenden.
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