Projektmanagement & Qualitätsvorausplanung in der Automobilindustrie mit Produktionsteil- und Prozessfreigabe
Bevor Kunden in der Automobilindustrie heute Aufträge vergeben, prüfen sie die Lieferanten, ob sie die Fähigkeit zur Erbringung der geforderten Leistung (in Qualität, Preis, Menge und Termin sowie Organisation) besitzen. Dazu erwartet der Kunde von den Organisationen ein Projektmanagement, das auf Qualitätsvorausplanung und Risikomanagement (FMEA) ausgerichtet ist und vorbeugende Methoden bis zur Serienfreigabe einsetzt. Produktionsteil- und Prozessfreigabeprozess sind die Voraussetzung zur Lieferfreigabe. Daher ist es außerordentlich wichtig, dass eine durchgängige Sicherung der „Besonderen Kundenmerkmale” für neue und geänderte Produkte und Prozesse für die Kette Kunde – Lieferant – Unterlieferant existiert. Nur durch eine systematische und frühzeitige Vorbereitung und Planung von Projekten im Team (z.B. Planung Produkte, Prozesse, Validierungen, Lieferkette) kann eine für Kunden und Lieferanten zufriedenstellende Leistung erbracht werden.
In den Automobilrichtlinien „Advanced Product Quality Planning (APQP) bzw. VDA 4, Teil 3” und durch das Toyota-Prinzip wurden die Anforderungen für die Qualitätsvorausplanung definiert. Zwei wesentliche Bausteine der Zusammenarbeit in der Lieferkette sind die (Erst-)Bemusterung und das Produktionsteilabnahmeverfahren nach PPAP („Production Part Approval Process“) bzw. VDA 2 (PPF). Deren Ziele sind es, festzustellen, ob alle Kundenanforderungen und Spezifikationen vom Lieferanten richtig verstanden und umgesetzt wurden.
Sie lernen die Anforderungen in den einzelnen Entwicklungsphasen (Nachweis der Umsetzung an den Meilensteinen / Quality Gates) und können diese den Verantwortlichen im Unternehmen zuordnen. Die Vorgehensweisen werden an Praxisbeispielen erläutert.
Bezüglich des Produktionsteil- und Prozessfreigabeverfahrens lernen Sie die Anforderungen der Kunden und der Richtlinien kennen. Sie üben selbst anhand von Checklisten und Bemusterungsdokumenten (FMEA / Produktionslenkungsplan).
Es besteht die Möglichkeit, unternehmensspezifische Fragestellungen und Unterlagen zur Einbeziehung in das Seminar mitzubringen.
Seminarinhalt:
| Kundenerwartungen/„Besondere Merkmale”: Risiken bei neuen oder geänderten Produkten und Prozessen (Toyota-Prinzip) |
| Übergreifendes Projektmanagement Kunde – Lieferant – Unterlieferant |
| Projektplanung, Lasten- und Pflichtenheft, Projektsteuerung |
| Steuerung der Soll-Funktionen / „Besonderen Merkmale” ganzheitlich im Projekt |
| Entwicklung robuster Produkte und Prozesse |
| Tools und Methoden zur Qualitätsplanung |
| Produkt- und Prozessvalidierung (Prototyp, Vorserie, Serie) |
| Einbindung Risikoanalysen; Zusammenspiel von FMEA und Produktionslenkungsplan |
| Vorgehen bei Produkt- und/oder Prozessänderungen (Änderungsmanagement) |
| Produktionsteil- und Prozessfreigabeverfahren – warum? |
| Lieferantenauswahl, QS-/QL-Vereinbarungen |
| Produktionsteil- und Prozessabnahme durch den Kunden und die beizustellenden Dokumente und Muster |
| Kundenbenachrichtigung und Vorlagestufen |
| Die 3 (VDA 2) bzw. 5 (PPAP) Vorlagestufen |
| Vollständige bzw. begrenzte Freigabe, Status „verworfen/abgelehnt” |
| Projektnachbetrachtung; Effizienz des Projektes zu Qualität, Logistik und Kosten |
| Praxis-/Gruppenarbeit: Gemeinsames Erstellen eines Projektstrukturplanes zur Umsetzung der VDA 4.3- bzw. APQP-Anforderungen und/oder Ausfüllen von Checklisten bzw. Bemusterungsdokumenten |
Teilnehmerkreis (m/w):
Entwickler, Produktmanager, Einkäufer, Projektleiter, Planer, QM-Mitarbeiter, Technische Leiter und Produktionsleiter
Art der Präsentation:
Vortrag, Fachdiskussion, Übungen, Seminarunterlagen.
Im Seminarpreis inbegriffen sind der VDA-Band 4, Teil 3 und der VDA-Band 2
Teilnahmebescheinigung:
Zum Abschluss der Veranstaltung erhalten Sie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung der AfQ/TAW mit detaillierter Auflistung der vermittelten Seminarinhalte.
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