Personalcontrolling als Teil der Unternehmenssteuerung
Das Personalwesen beschäftigt sich mit der wichtigsten unternehmerischen Ressource – den Menschen im Unternehmen. Die Unternehmensfunktion Human Resources entwickelt sich immer mehr zu einem strategischen und betriebswirtschaftlichen Faktor und der Erfolg eines Unternehmens hängt wesentlich von einem zielgerichteten Management der Mitarbeiter und ihren Potenzialen ab. So sollte auch für den HR-Bereich ein integrierter Planungs- und Steuerungsprozess selbstverständlich sein und als Personalcontrolling verankert werden.
You can’t manage what you don’t measure
Personalcontrolling lässt sich beschreiben als Kreislauf von
| Planung (HR-Potenziale, HR-Leistungen und HR-Ergebnisse), |
| Messung der jeweils aktuellen Personaldaten (Ist-Analyse) |
| Abweichungsanalyse (Sollt-Ist-Vergleich der Personaldaten) und |
| Ausarbeiten von Korrekturmaßnahmen im Falle von Planabweichungen |
Damit zählt es zu den Kernaufgaben des Personalcontrollings aussagekräftige Kennzahlen bereitzustellen, mit denen die zentralen HR-Handlungsfelder gesteuert werden können – Personaleinsatz, Personalstruktur, Personalbedarf und Personalbeschaffung, Personalentwicklung, Anreizsysteme und Personalkosten stehen im Fokus. Die Messung von HR-Prozessen mit „harten“ Kennzahlen unterstützt zielgerichtetes, gestaltungsorientiertes Personalmanagement, das die Menschen im Unternehmen vorrangig als Erfolgs- und nicht als Kostenfaktor sieht.
Personalcontrolling dient primär dazu, die Entscheidungsqualität im HR-Bereich zu verbessern und den Beitrag des Personals (und auch des Personalmanagements!) zum Unternehmenserfolg sichtbar und beinflussbar zu machen.
Dieser kurze Überblick zeigt, dass sich Personalcontrolling zunehmend als unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmensführung etabliert. Denn neben den traditionellen administrativen Aufgaben werden Personalverantwortliche in Zukunft verstärkt eine an den Unternehmenszielen ausgerichtete Personalstrategie entwickeln und daraus entsprechende Maßnahmen ableiten. Sie müssen ihre Investitionen rechtfertigen und mit Messgrößen belegen. Sie müssen in Zukunftsszenarien denken und zielorientiertes Personalberichtswesen gestalten. Eine erfolgreiche Umsetzung dieser Aufgaben erfordert Controlling-Know-how, um Trends frühzeitig erkennen und entsprechend steuern zu können. Die Notwendigkeit, die richtigen Informationen den richtigen Personen zeitnah zur Verfügung zu stellen, wird somit auch im Personalmanagement zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Studie zum Entwicklungsstand des Personalcontrollings & praxisorientierte Ausbildung
Personalcontrolling als Steuerungsinstrument für den HR-Bereich ist seit einigen Jahren auch ein zentrales Thema des Österreichischen Controller-Instituts. Personalcontroller sind interne betriebswirtschaftliche Berater der Entscheidungsträger im Personalmanagement. Sie machen Personalaktivitäten transparent und spielen eine entscheidende Rolle beim Erreichen der Ziele des Gesamtunternehmens. Deshalb führt das Österreichische Controller-Institut heuer bereits zum dritten Mal ein HR-Panel durch.
Präsentation der Studienergebnisse: 12. September 2011
Informationen zum HR-Panel unter: http://www.oeci.at/mitgliedschaft/vorteile-leistungen/oeci-hr-panel/
Lehrgang Personalcontrolling
Ebenfalls zum Thema passend und speziell für die aktuellen Herausforderungen im HR-Bereich entwickelt, bietet das Österreichische Controller-Institut zum wiederholten Mal einen sechs tägigen Lehrgang an. Dieser vermittelt konkretes Know-how und praxisorientierte Werkzeuge für die Arbeit im Personalcontrolling. Die Teilnehmer entwickeln Controlling-Bewusstsein für den Personalbereich und können bestehende Personalinstrumente unter den Aspekten des Personalcontrollings sinnvoll verknüpfen. Zudem teilen zahlreiche Praktiker ihr Wissen über die Erfolgs- und Flopfaktoren bei der Einführung und Weiterentwicklung eines Personalcontrollingsystems.
Lehrgangsstart: 5. Oktober 2011, alle Informationen unter: http://www.oeci.at/bildungsprogramm/personalcontrolling-f765a5/