Führungskräfte-Studie 2009: Work-Life-Balance und Führungsverhalten
Wer aktuell von Work-Life-Balance spricht, muss mit Unverständnis rechnen. Dabei galt es vor der Krise als wichtiges Managementthema, ausschlaggebend für den unternehmerischen und persönlichen Erfolg. Lässt sich diese Aussage auch in Krisenzeiten halten?
Können sich Führungskräfte ein ausgewogenes Verhältnis von Familie und Beruf überhaupt noch leisten?
Um diese Frage zu beantworten und daraus Maßnahmen für eine erfolgreiche Führungskräfteentwicklung abzuleiten, hat die Haufe Akademie in Zusammenarbeit mit der Hochschule Deggendorf die Führungskräfte-Studie 2009 durchgeführt. Befragt wurden rund 100 männliche und weibliche Geschäftsführer und Führungskräfte im deutschsprachigen Raum, die zur ersten und zweiten Ebene im Unternehmen gehören und denen bis zu 1.000 Mitarbeiter disziplinarisch unterstellt sind. Wie gehen Führungskräfte wirklich mit Druck um? Wie groß ist ihre Arbeitsbelastung und was ist die Folge für ihr Führungsverhalten und die Kommunikation im Unternehmen?
Führungskräfte kümmern sich um Mitarbeiter
Mit 84,8 Prozent hat die überwältigende Mehrheit der befragten Unternehmen bestätigt, von der Krise betroffen zu sein. Viele Top-Manager bestätigen, dass ihre Arbeitsbelastung spürbar gestiegen ist. Die bewältigenden Aufgaben sind komplexer geworden und die Anforderungen an die Persönlichkeit werden als anspruchsvoller und zeitintensiver empfunden. Eine kreative Strategie, diese Herausforderungen zu bewältigen, haben viele nicht. Stattdessen wird gerade in Krisenzeiten mit noch mehr Arbeitseinsatz reagiert, der vor allem zu Lasten der bereits knapp kalkulierten persönlichen Work-Life-Balance-Ressourcen geht. So investiert jeder Fünfte der befragten Führungskräfte heute noch weniger Zeit in Work-Life-Balance-Maßnahmen als vor einigen Monaten. Die Bereitschaft, sich auf Kosten der eigenen Work-Life-Balance persönlich mehr um die Nöte der Mitarbeiter zu kümmern, steigt. Das zeigt sich in außerplanmäßigen Feedback-Gesprächen, Zielvereinbarungsgesprächen, der Delegation von Aufgaben oder auch Meetings, die deutlich intensiver genutzt werden als vor der Krise. Unternehmensweite konzeptionelle Überlegungen zu Work-Life-Balance- Angeboten und Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit werden dagegen eher zurückgefahren.
Work-Life-Balance: Handlungsbedarf auf allen Ebenen
Krisensituationen bringen Manager an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit und darüber hinaus. Sie wissen, wie wichtig eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist, um ihre Leistungsfähigkeit auf Dauer zu erhalten. Die praktische Umsetzung ist davon leider oft entfernt. Klassische Führungsinstrumente wie Meetings oder Mitarbeitergespräche so zu gestalten, dass sie Bestandteil einer Work-Life-Balance-Kultur im Unternehmen werden, kann helfen, diese Kluft zu überbrücken. Welcher Handlungsbedarf bei der aktiven Gestaltung der eigenen Work-Life-Balance besteht, wie geeignete Maßnahmen aussehen können und welche Hindernisse eine Umsetzung verhindern, erfahren interessierte Leser in der umfangreichen Führungskräfte- Studie 2009, die ab November unter www.haufe-akademie.de/studien einzusehen ist.
Wer zu den Ersten gehören will, die informiert sind, schreibt einfach eine Mail mit dem Betreff „Führungskäfte-Studie 1009“ an pressestelle@haufe-akademie.de. Wir benachrichtigen Sie umgehen, sobald die Studie zum download bereit steht.