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Eigen-PR: Ihr Auftreten – Ihre Wirkung – Ihr Erfolg

Bericht vom Clubabend am 13.06.2005

Eigen-PR: Ihr Auftreten – Ihre Wirkung – Ihr Erfolg

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie steigen in einen Aufzug, um zu irgendeiner Etage hoch zu fahren und stehen plötzlich und unerwartet vor dem Menschen, der Ihre Zukunft entscheidend fördern kann. Was sagen Sie jetzt?
„Ich äh...... ich, . . . . also, wenn Sie . . . . , ähhhh . . . . „
Wir wissen alle, was Sie sagen wollen. Etwa so: Guten Tag, Herr/Frau sowieso, das ist eine Freude, Sie jetzt zu treffen. Mein Name ist sowieso. Ich möchte Ihnen // einen Vorschlag präsentieren // Geschäft vorschlagen // meine Ideen, meine Kraft und mein Können anbieten // // Meine Profession ist . . . // und dabei kann ich besonders gut bei Menschen bewirken, dass Sie // . . .

Hand aufs Herz! Die wenigsten von uns sind in solchen Momenten in der Lage, ihre Kurzpräsentation kurz, knackig und charmant rüberzubringen. Doch seit Montag Abend gibt es im Münchner Raum einige Könner mehr.
Der Regionalclub Bayern hatte nämlich Clubabend und eine Spezialistin für Eigen-PR eingeladen, um uns auf die Sprünge zu helfen:
Iris Haag lehrte uns kurzweilig und überzeugend, worauf es ankommt. Sie stellte uns ein 8-Schritte-Programm vor, das für einige einen guten Leitfaden darstellt, ihr Auftreten und ihre Wirkung zu verbessern und für andere (die alten Hasen) als Erinnerung und Inspiration dient, an ihrem eigenen PR-Verhalten weiter zu feilen.
Was in der Theorie ganz leicht und locker erschien, wurde im zweiten Teil des Abends dann doch als Herausforderung erkannt. Die Aufgabe lautete:
Stell Dich mit allen hier auf die Bühne und gehe einfach herum. Sobald Du auf einen Menschen triffst, nutze die Gelegenheit und stelle Dich vor. Präsentiere Dich kurz im typischen Stil eines Elevator Pitch (Aufzug-Verkaufsgespräch). Gehe dann weiter und stelle Dich dem nächsten vor, den du triffst.
Innerhalb einer Minute verwandelte sich die Bühne unsere Ratsaals im Ottobrunner Kultur- und Veranstaltungszentrum in einen belebten Marktplatz. Es wurde geredet, präsentiert, gelacht und geflirtet. Die Aufgabe bereitete sichtlich Spaß. Die praktische Anwendung des Gelernten brachte zwei klasse Ergebnisse: Die Teilnehmer übten ihre Fähigkeiten im Kurzvorstellen und gleichzeitig lernten Sie sich kennen und erfuhren voneinander wirklich Wissenswertes. Das war Netzwerken total.
Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere Referentin, Frau Haag, und an alle BDVT-Mitglieder, -Gäste, -Freunde und –Neugierige, die sich so freudvoll beteiligt haben!
Insgesamt erlebten wir einen wunderschönen Clubabend und freuen uns schon auf den nächsten, der bereits in vier Wochen am selben Ort zur selben Zeit stattfindet. Die Einladung dazu erhalten Sie in einem eigenen Mail.
Beschwingt durch die lockere und gleichzeitig verbindliche Atmosphäre machten wir uns auf den teilweise langen Heimweg. (Dank an die Gäste aus Traunstein, Salzburg und anderen fernen Orten fürs Kommen!)
Auch mein Heimweg ins Fünfseenland ist ein wenig länger und so hatte ich Gelegenheit, den Abend noch einmal vorbeiziehen zu lassen. Dabei erinnerte ich mich an meine erste Kurzpräsentation. Wer mag liest hier eine persönliche Geschichte:

Geschichte Anfang
Kurz nachdem ich mich selbständig gemacht hatte als Multimediaproduzentin und Technische Redakteurin (diesen Beruf hatte ich zuvor erlernt, das liegt nun ca. 15 Jahre zurück), fuhr ich zur CEBIT nach Hannover, um Kunden zu akquirieren. Ich lief also stundenlang über die Messe, sah mir die Firmen an und brachte mich an interessant scheinenden Ständen ins Gespräch. Es machte Spaß, war aber sehr anstrengend und der Ausgang der einzelnen Gespräche schien ungewiss. Als die Beine langsam messemüde wurden und sich ein leichter Anfall von Frustration im Anmarsch befand, beschloss ich eine Pause einzulegen und eine Tasse Kaffee zu trinken. In einem Messecafé nahm ich mit meinem Kaffee an einem größeren Tisch Platz. Am anderen Ende saßen drei Männer in Business-Manier und sprachen über ein Projekt. Worte und Satzfetzen drangen zu mir herüber und ließen mich aufhorchen. Nicht dass ich lauschen wollte! Aber was da meine Ohren traf, war mein Gebiet. Anscheinend war einer der drei Männer ein Verleger und die beiden anderen Autoren, die für den Verleger ein Buch geschrieben hatten. Und anscheinend war der Verleger sehr unzufrieden. Die Stimmung am Tischende war gespannt, das konnte man auch ohne Worte verstehen und meine Stimmung wurde immer aufgeregter. Da saß ich nun und nur einige Meter entfernt saß genau so ein Mensch, den ich ansprechen wollte. Und der anscheinend tatsächlich Bedarf hatte!!! Was tun?? Ich überlegte hin und her. Soll ich einfach hingehen und sagen, dass ich mitbekommen habe, dass . . Und wenn ja wie??? Oh je, das waren schwierige Minuten. Mir kam mein Inneres zu Hilfe. Ohne zu wissen was ich tun würde, stand ich am Ende meines Kaffees auf, nahm meine Visitenkarte, ging an den Herren vorbei und sagte zu dem wahrscheinlichen Verleger: „Guten Tag, ich habe soeben einige Worte aufgeschnappt und daraus verstanden, dass Sie Verleger sind. Ich bin Autorin und schreibe Handbücher und technische Texte. Darf ich Ihnen meine Karte geben?“ Mit diesen Worten überreichte ich ihm meine Karte. Er sah erst mich und dann meine Karte an und meinte: „Ah, Sie kommen ja auch aus München, ich werde mich bei Ihnen melden.“ Das war’s; erleichtert ging ich weiter über die Messe. Ich hatte diese Chance nicht verstreichen lassen! Mein innerer Erfolg war mir schon gewiss.
Zwei Wochen später klingelte das Telefon. Der Verleger war dran und fragte, ob ich ein Buch für Ihn schreiben könnte. Es wurde eine gute Geschäftsbeziehung daraus. Das Projekt mit den beiden Herren aus Hannover wurde dabei nicht berührt.
So, das war aus der Rubrik „Geschichten, die das Leben schrieb“ der Bericht „Meine kürzeste Kurzvorstellung“.
Geschichte Ende

Seither sind viele Jahre ins Land gegangen und mein Arbeitsgebiet hat sich stark gewandelt. Dem selben Wandel unterlag natürlich die Art der Kurzvorstellung. Und sie tut es immer noch, das habe ich am Montag Abend wieder einmal gemerkt. Vielen von Ihnen ist es ebenso ergangen und wir nutzten die Gelegenheit, uns auszuprobieren und hatten viel Freude dabei.
Ein herzliches Danke an alle Mitwirkenden, Unterstützer und Gäste des BDVT RC Bayern! Freuen Sie sich mit mir auf den nächsten Clubabend am 11 Juli 2005. Informationen folgen.

Christa Mesnaric

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