E-Mail-Krieg
E-Mails mit großem Verteiler sind eine ganz besonders tückische Waffe der internen Kriegführung: In Sekundenschnelle können Bösmenschen Behauptungen (= Angriffe) in die Welt setzen, die ein großes (Mail)-Publikum mit hoher Neugier verfolgt.
Tipp in solchen Situationen: Umgehend/reflexartig/sofort (!) höflich, aber entschieden antworten mit Abwehr-Floskeln wie:
„ ... stellt sich für mich anders dar/ist eine völlig neue Sicht ...“
„ ... das kann ich nicht erklären/kann ich mir nicht vorstellen ...“
„ ... das hatten wir nach meiner Erinnerung anders beschlossen ...“
um im nächsten Satz zu schreiben:
„Ich will der Sache nachgehen/... Ihre Informationen sorgfältig überprüfen/ ... den Fall noch einmal aufrollen ... dazu brauche ich noch etwas Zeit und werde mich deshalb wieder melden ...“
Mit dieser Sofortreaktion haben Sie zunächst einmal dem E-Mail-Publikum bewiesen, dass Sie diese Behauptungen nicht besonders erschüttert haben. Damit gewinnen Sie Zeit, und die „Zuschauer“ im E-Mail-Verteiler wenden sich wahrscheinlich spannenderen Themen zu. Spätestens nach einer Woche – besser: nach zwei Tagen – sollten Sie Ihre Sicht der Dinge kurz und präzis darstellen. Und dann können Sie durchaus auch noch schreiben, dass Ihnen der Stil Ihres Gegners nicht gefällt.
Auf jeden Fall vermeiden: mit langen Ausführungen oder Richtigstellungsversuchen reagieren. Das provoziert nur neue Nachfragen und bindet Ihre Kraft – und vergrößert den neugierig-schadenfrohen Kreis der Mitleser.
--- © cvk 03/2005 -------