Benimm-Tipps für das Bewerbungsgespräch
Nicht nur grobe Schnitzer werden bemerkt und häufig sind schon Kleinigkeiten entscheidend. Souveräne Umgangsformen werden als Entscheidungskriterium immer wichtiger.
Für Personalentscheider zählt oft schon der erste Eindruck und gerade hier gilt nach wie vor: "Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!" Wenn das Benehmen beim Bewerbungsgespräch unangenehm auffällt, senkt sich ganz schnell der Daumen, denn ausschlaggebend für die Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten sind dabei in zunehmenden Maße sichere und souveräne Umgangsformen. Wer nach einer schriftlichen Bewerbung zwar häufiger eingeladen wird, aber dann regelmäßig Absagen bekommt, sollte überlegen, ob es vielleicht daran liegt.
Als schlechtes Benehmen gelten allerdings nicht etwa nur grobe Schnitzer wie Nasebohren oder schmutzige Fingernägel. In so heiklen Situationen wie Bewerbungsgesprächen sind oft schon Kleinigkeiten entscheidend. Wenn beispielsweise das Gespräch mit zwei Personen geführt wird, sollte man dabei nicht nur eine ansehen. Aufmerksamkeit und Interesse signalisiert auch bereits die richtige Körperhaltung und auch im Sitzen sollte man sich seinem Gesprächspartner immer zuwenden. Dabei gilt der so genannte "Nase-Nabel-Faktor": Wer sein Gegenüber mit mehr als einer Zwischenbemerkung anspricht, dreht sich mit dem gesamten Oberkörper in seine Richtung.
Die falsche Köperhaltung kann dagegen schnell provozierend wirken. Man sollte also nicht den Lässigen raushängen lassen und sich auf den Stuhl "fläzen". Wer korrekt, aber nicht zu steif sitzt, signalisiert damit: "Ich nehme Sie und die Situation ernst." In Bewerbungssituationen tabu ist die so genannte "Pavianhaltung": das für Männer typische Sitzen mit breiten Beinen. Frauen dagegen sollten das "Mädchenschema" vermeiden. Dieses zaghafte Lächeln bei zur Seite geneigtem Kopf, das an Lady Diana erinnert, wirkt absolut nicht souverän. Allerdings sollten Frauen auch nicht allzu "tough" sein. Hier gilt es einen Mittelweg zu finden, der einen sicher und authentisch erscheinen läßt.
Die so genannten "Soft Skills" werden also zu "harten Anforderungen". Fähigkeiten wie soziale Kompetenz, Team-Fähigkeit und Parkettsicherheit werden von vielen Unternehmen immer mehr gefordert. Wenn die Wirtschaft stagniert oder nur langsam im Wachstum begriffen ist, kommt es ganz besonders auf diese Soft-Skills an, denn gute Produkte bieten viele. Die Kunden bevorzugen jedoch den Anbieter, der einen freundlichen Kunden-Service hat und sie zuvorkommend und höflich behandelt.
Die Folge: Die Bewerber, die nicht nur fachlich gut qualifiziert sind, sondern auch noch souverän das Unternehmen repräsentieren, höflich sind, über gute Umgangsformen verfügen und sich parkettsicher bewegen können, sind hier klar im Vorteil. Selbst der größte Egoist muss erkennen, dass er ohne Stil Höflichkeit und Manieren auf der Karriereleiter nicht sehr weit kommen wird. Das Beherrschen angemessener Umgangsformen mit der notwenigen Portion Authentizität ist dagegen die Eintrittskarte in erfolgreiche Kreise.
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Kristin Koschani-Bongers, Kommunikationstrainerin und Inhaberin der Coaching- und Consulting-Agentur BONGERS KONZEPT veranstaltet zielorientierte Bewerbungs-Trainings mit dem Schwerpunkt Vorstellungsgespräch an Schulen, aber auch als Gruppenseminare und Einzelcoachings.
Infos: www.bongers-konzept.de/seminar, Tel. 07471 / 74 19 99